Filzsohlen selber herstellen

Filzsohlen selber herstellen

Filzsohlen selbst herzustellen ist ein lohnendes Projekt, das dir nicht nur individuelle Anpassung und Komfort für deine Schuhe ermöglicht, sondern auch eine nachhaltige Alternative zu gekauften Einlagen bietet. Du fragst dich, wie du mit einfachen Mitteln warme, dämpfende und atmungsaktive Sohlen für Hausschuhe, Wanderstiefel oder Arbeitsstiefel fertigen kannst, die exakt auf deine Fußform zugeschnitten sind? Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du aus natürlicher Wolle oder synthetischen Filzmaterialien deine perfekten Filzsohlen kreierst.

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Die Vorteile von selbstgemachten Filzsohlen

Selbstgemachte Filzsohlen bieten eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einer attraktiven Option für viele Menschen machen. Der Hauptvorteil liegt in der individuellen Anpassbarkeit. Du kannst die Dicke, Form und Dichte der Sohlen exakt auf deine Bedürfnisse abstimmen. Dies ist besonders vorteilhaft für Personen mit speziellen Fußformen, leichten Fehlstellungen oder dem Wunsch nach zusätzlicher Polsterung in bestimmten Bereichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Komfort. Filz, insbesondere aus natürlicher Wolle, ist atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend. Er nimmt Schweiß auf und gibt ihn nach außen ab, was für ein angenehmes Fußklima sorgt und Geruchsbildung vorbeugt. Die natürliche Dämpfung des Materials reduziert die Belastung für deine Füße, Gelenke und den Rücken, besonders beim Gehen auf harten Untergründen.

Die Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle. Durch die Verwendung von natürlichen Materialien wie Schafwolle oder recycelten Filzstoffen trägst du aktiv zur Reduzierung von Abfall bei. Du vermeidest unnötige Verpackungen und lange Transportwege, die bei industriell gefertigten Produkten anfallen. Zudem ist Filz ein biologisch abbaubares Material, wenn es aus reiner Wolle besteht.

Nicht zuletzt ist die Kosteneffizienz ein überzeugendes Argument. Die Materialien zur Herstellung von Filzsohlen sind oft preiswert, insbesondere wenn du Wolle direkt vom Bauern oder recycelte Filzstoffe verwendest. Langfristig sparst du Geld im Vergleich zum wiederholten Kauf teurer Einlegesohlen.

Materialien für deine Filzsohlen

Für die Herstellung von Filzsohlen hast du grundsätzlich zwei Hauptmaterialien zur Auswahl: Naturwolle und synthetische Filzstoffe. Die Wahl des richtigen Materials hängt von deinen Prioritäten in Bezug auf Wärme, Haltbarkeit, Atmungsaktivität und Pflege ab.

Naturwolle (Filzwolle, Schurwolle)

Naturwolle, insbesondere Schurwolle von Schafen, ist das traditionelle und oft bevorzugte Material für Filzsohlen. Sie bietet hervorragende natürliche Eigenschaften:

  • Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsregulierung: Wolle kann bis zu 30% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Sie leitet Feuchtigkeit vom Fuß weg und hilft so, ein trockenes und warmes Klima zu schaffen.
  • Wärme: Die Hohlstruktur der Wollfasern schließt Luft ein und wirkt isolierend, was deine Füße auch bei kalten Temperaturen warm hält.
  • Dämpfung: Wolle bietet eine natürliche Elastizität und Dämpfung, die Stöße abfedert und den Tragekomfort erhöht.
  • Geruchshemmend: Wolle hat natürliche antibakterielle Eigenschaften, die die Bildung von unangenehmen Gerüchen reduzieren.
  • Nachhaltigkeit: Wolle ist ein nachwachsender, biologisch abbaubarer Rohstoff.

Beim Kauf von Filzwolle für deine Sohlen solltest du auf 100% reine Schurwolle achten. Für das Nassfilzen benötigst du kardierte oder ungefärbte Wolle, die sich gut verfilzen lässt. Für das Trockenfilzen (Nadelfilzen) sind spezielle Filznadeln und Filzwolle geeignet, die dichtere Strukturen ermöglicht.

Synthetische Filzstoffe (Filzplatten, Bastelfilz)

Synthetische Filzstoffe, oft aus Polyester, Acryl oder einer Mischung, sind ebenfalls eine Option und bieten andere Vorteile:

  • Haltbarkeit: Synthetische Fasern können robuster und abriebfester sein als reine Schurwolle, was zu einer längeren Lebensdauer der Sohlen führen kann.
  • Formstabilität: Synthetischer Filz behält seine Form oft besser, besonders wenn er dünner ist.
  • Pflegeleichtigkeit: Diese Materialien sind oft einfacher zu reinigen und trocknen schneller.
  • Geringere Kosten: Synthetische Filzstoffe sind meist günstiger in der Anschaffung.
  • Vielfalt: Sie sind in einer breiten Palette von Farben und Dicken erhältlich.

Für Sohlen, die extremen Belastungen standhalten müssen, oder wenn du eine sehr glatte Oberfläche bevorzugst, können synthetische Filzstoffe eine gute Wahl sein. Beachte jedoch, dass sie in Bezug auf Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsregulierung oft hinter Naturwolle zurückbleiben.

Herstellungsmethoden für Filzsohlen

Es gibt verschiedene Techniken, um Filzsohlen herzustellen. Die beiden gängigsten und zugänglichsten Methoden sind das Nassfilzen und das Trockenfilzen (Nadelfilzen). Beide haben ihre Vor- und Nachteile und erfordern unterschiedliches Werkzeug und Material.

Methode 1: Nassfilzen

Das Nassfilzen ist die traditionelle Methode zur Herstellung von Filz. Hierbei werden Wollfasern mit Wasser, Seife und mechanischer Reibung ineinander verhakt und verdichtet. Diese Methode ergibt sehr dichte, strapazierfähige und oft dickere Sohlen.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Filzwolle: 100% Schurwolle, ausreichend für die gewünschte Dicke und Größe deiner Sohlen.
  • Seifenwasser: Milde Flüssigseife oder Kernseife gemischt mit warmem Wasser.
  • Luftpolsterfolie oder alte Handtücher: Zum Auslegen deiner Arbeitsfläche und zum Einrollen der Wolle.
  • Bambusmatte oder eine ähnliche flexible Unterlage: Optional, hilft beim Rollen und Verdichten.
  • Schere
  • Schuhvorlagen oder Papier zum Abpausen
  • Heißes Wasser
  • Handschuhe: Optional, zum Schutz deiner Hände vor der Seife.

Schritt-für-Schritt-Anleitung (Nassfilzen):

  1. Vorbereitung der Vorlage: Zeichne die exakte Form deiner Füße oder die Innensohle deiner Schuhe auf Papier. Schneide diese Vorlagen aus. Du benötigst zwei Vorlagen für jede Sohle, da du dich für jede Sohle von beiden Seiten aufbaust.
  2. Auslegen der ersten Schicht: Lege eine Schicht Wollfasern (Stränge oder Vlies) gleichmäßig und überlappend auf deine Arbeitsfläche, die mit Luftpolsterfolie oder Handtüchern ausgelegt ist. Die Fasern sollten in eine Richtung liegen. Dies ist die untere Seite deiner Sohle. Achte darauf, dass die Fasern an den Rändern etwas überstehen, um später gut mit der nächsten Schicht verbunden zu werden.
  3. Auslegen der zweiten Schicht (Kreuzung): Lege eine zweite Schicht Wollfasern quer zur ersten Schicht darüber. Dies schafft eine stabilere Struktur. Wieder sollten die Fasern überlappend und gleichmäßig ausgelegt sein.
  4. Auslegen der Vorlage: Platziere deine Papier-Schuhvorlage auf der zweiten Wollschicht.
  5. Auslegen der dritten und vierten Schicht: Lege weitere Schichten Wolle auf die Vorlage, diesmal wieder parallel zur ersten Schicht, und dann quer dazu. Wenn du dickere Sohlen wünschst, lege mehr Schichten aus. Beginne an den Rändern der Vorlage und arbeite dich nach innen. Die oberste Schicht sollte die Fasern in die entgegengesetzte Richtung der untersten Schicht haben. Achte darauf, dass die Wolle die Vorlage vollständig bedeckt und an den Rändern gut überlappt.
  6. Anfeuchten und Seifen: Besprenkle die gesamte Wollschicht großzügig mit warmem Seifenwasser. Reibe sanft mit den Händen über die Wolle, um sicherzustellen, dass das Wasser und die Seife die Fasern durchdringen.
  7. Erstes Filzen (Einschluss der Vorlage): Nun beginnt das eigentliche Filzen. Du musst die Vorlage mit der Wolle umschließen. Klappe die überstehenden Ränder der obersten Wollschicht über die Vorlage und drücke sie fest an. Lege dann die Luftpolsterfolie oder die Bambusmatte darüber und beginne, die gesamte Konstruktion wie eine Teppichrolle fest aufzurollen und auszurollen. Wende die Rolle immer wieder und übe dabei sanften Druck aus. Die mechanische Bewegung und die Seife lassen die Fasern miteinander verhaken.
  8. Intensiveres Filzen: Rolle und knete die Konstruktion weiterhin ausgiebig. Du kannst die Wolle auch vorsichtig mit den Händen reiben, walken und drücken. Nach etwa 15-20 Minuten des intensiven Bearbeitens wird die Wolle langsam fester. Wenn die Form noch nicht stabil ist, kannst du die Luftpolsterfolie abnehmen und die Wolle direkter bearbeiten, indem du sie walkst, dehnst und mit den Händen bearbeitest.
  9. Herausnehmen der Vorlage: Wenn der Filz beginnt, fest zu werden, aber noch biegsam ist, kannst du vorsichtig die Papier-Schuhvorlage herausziehen. Möglicherweise musst du an den Rändern etwas nachhelfen.
  10. Weiterfilzen und Formgebung: Filze weiter an den Sohlen, indem du sie rollst, knetest, dehnst und sanft wirfst. Achte darauf, dass die Form gleichmäßig wird. Dies kann je nach gewünschter Dicke und Filzfestigkeit 30-60 Minuten oder länger dauern. Je mehr du filzt, desto dichter und fester wird der Filz.
  11. Ausspülen und Trocknen: Wenn der Filz die gewünschte Festigkeit erreicht hat, spüle ihn gründlich mit klarem, kaltem Wasser aus, um die gesamte Seife zu entfernen. Drücke überschüssiges Wasser vorsichtig aus, aber wringe den Filz nicht. Lege die Sohlen dann in Form und lasse sie an einem gut belüfteten Ort vollständig an der Luft trocknen. Das kann 24-48 Stunden dauern.
  12. Zuschneiden und Anpassen: Nach dem vollständigen Trocknen kannst du die Ränder der Sohlen exakt zuschneiden, damit sie perfekt in deine Schuhe passen. Mit einer scharfen Schere kannst du die Form anpassen.

Methode 2: Trockenfilzen (Nadelfilzen)

Das Trockenfilzen, auch Nadelfilzen genannt, ist eine einfachere Methode für kleinere Projekte oder wenn du weniger Zeit investieren möchtest. Hierbei werden Wollfasern mit speziellen Filznadeln immer wieder durchstoßen, wodurch sich die Fasern verhaken und verdichten. Diese Methode erzeugt etwas weniger dichte und flexiblere Sohlen als das Nassfilzen, ist aber sehr schnell und erfordert weniger Platz.

Benötigte Materialien und Werkzeuge:

  • Filzwolle: 100% Schurwolle oder spezielle Filzwolle für Nadelfilzen.
  • Filznadeln: Mehrere Nadeln mit kleinen Widerhaken. Es gibt spezielle Sets für das Filzen von Flächen.
  • Filzunterlage: Eine weiche Schaumstoffmatte oder ein Filzkissen, das die Nadeln schont und die Arbeit erleichtert.
  • Schuhvorlagen oder Papier zum Abpausen
  • Schere
  • Kleber (optional): Textilkleber oder Sprühkleber für zusätzliche Haltbarkeit oder zum Befestigen von Applikationen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung (Trockenfilzen):

  1. Vorbereitung der Vorlage: Wie beim Nassfilzen, zeichne die Form deiner Füße oder Schuhinnensohlen auf Papier und schneide sie aus.
  2. Auslegen der ersten Wollschicht: Lege eine dünne Schicht Wollfasern gleichmäßig auf deine Filzunterlage, um die Form deiner Vorlage zu bedecken.
  3. Auftragen der nächsten Schichten: Lege weitere dünne Schichten Wolle darüber. Du kannst hier mit verschiedenen Farben arbeiten oder die Wolle in verschiedene Richtungen legen, um die Dichte und Optik zu variieren. Die oberste Schicht sollte gut aussehen, da sie die Sichtseite der Sohle bildet.
  4. Erstes Nadeln: Beginne nun, mit deinen Filznadeln sanft in die Wolle zu stechen. Stiche deine Nadeln senkrecht ein und ziehe sie wieder heraus. Wiederhole diesen Vorgang flächendeckend über die gesamte Wollschicht. Die Widerhaken an den Nadeln ziehen die Fasern ineinander und beginnen, sie zu verfilzen.
  5. Bearbeiten der Ränder: Achte besonders auf die Ränder, um eine gleichmäßige Dicke und Form zu erhalten. Du kannst die Sohle zwischendurch vorsichtig anheben und die Ränder umklappen oder neue Wollfasern hinzufügen, um die Kante zu verdichten.
  6. Schichtweises Filzen: Füge weitere dünne Wollschichten hinzu und verfilze sie schrittweise. Je mehr du stichst, desto dichter und fester wird der Filz. Sei vorsichtig mit den Nadeln – sie sind scharf und können leicht brechen.
  7. Formen und Dichten: Wenn du eine zufriedenstellende Dicke und Dichte erreicht hast, kannst du die Sohle vorsichtig von der Unterlage abnehmen. Bearbeite sie weiter, indem du sie mit den Nadeln auf beiden Seiten bearbeitest und durch wiederholtes Stechen die Fasern weiter verhakst. Du kannst auch vorsichtig mit den Fingern oder mit einem anderen Werkzeug (z.B. einem Filzklotz) Druck ausüben, während du stichst.
  8. Zuschneiden und Anpassen: Wenn der Filz ausreichend verdichtet ist, kannst du die Sohlen zuschneiden, um die exakte Form deiner Schuhe zu erhalten.
  9. Fixieren (optional): Für zusätzliche Haltbarkeit kannst du die Ränder der Sohlen mit etwas Textilkleber fixieren. Alternativ kannst du auch einen dünnen Filzstoff auf die Unterseite kleben, um die Abriebfestigkeit zu erhöhen.

Tipps für die perfekte Passform und Haltbarkeit

Die Herstellung von Filzsohlen ist relativ einfach, aber einige Tipps können dir helfen, ein optimales Ergebnis zu erzielen und die Lebensdauer deiner selbstgemachten Sohlen zu verlängern.

  • Präzises Abmessen: Nimm dir Zeit, die genaue Form deiner Füße oder der Innensohlen deiner Schuhe abzumessen. Eine zu große oder zu kleine Sohle ist nicht nur unbequem, sondern kann auch die Haltbarkeit beeinträchtigen, wenn sie im Schuh Falten wirft oder ständig verrutscht.
  • Gleichmäßige Materialverteilung: Achte beim Auslegen der Wollfasern auf eine gleichmäßige Dicke und Verteilung. Ungleichmäßigkeiten führen zu unebenen Sohlen, die sich schlechter anpassen und schneller durchscheuern können.
  • Ausreichende Filzzeit: Sei geduldig beim Nassfilzen. Je länger und intensiver du den Filz bearbeitest, desto dichter und haltbarer wird er. Hetze diesen Prozess nicht, da dies zu dünnen, brüchigen Stellen führen kann.
  • Dicke der Sohlen: Überlege dir, wie dick deine Sohlen sein sollen. Für Hausschuhe reichen oft dünnere Sohlen, während für Wanderschuhe oder Arbeitsstiefel dickere, stärker gedämpfte Sohlen sinnvoll sind. Berücksichtige dabei auch, wie viel Platz in deinen Schuhen zur Verfügung steht, damit die Schuhe nicht zu eng werden.
  • Randgestaltung: Glatte, gut verfilzte Ränder tragen zur Langlebigkeit bei. Achte darauf, dass die Wollfasern am Rand gut miteinander verhakt sind, um ein Ausfransen zu verhindern. Beim Nassfilzen hilft es, die Ränder gut nach innen umzuschlagen und intensiv zu bearbeiten.
  • Trocknung: Lasse die nassgefilzten Sohlen vollständig an der Luft trocknen. Vermeide direkte Hitzequellen wie Heizkörper oder Trockner, da diese den Filz verformen oder spröde machen können.
  • Reinigung und Pflege: Filzsohlen aus Naturwolle können in der Regel vorsichtig mit kaltem Wasser und milder Seife per Hand gereinigt werden. Drücke überschüssiges Wasser vorsichtig aus und lasse sie vollständig an der Luft trocknen. Vermeide häufiges Waschen, um die natürliche Struktur und Elastizität des Filzes zu erhalten.
  • Verstärkung der Unterseite: Wenn du die Filzsohlen für Schuhe verwendest, die viel draußen getragen werden, kannst du die Unterseite mit speziellem Textilkleber oder durch Aufnähen einer dünnen Gummisohle (z.B. aus alten Fahrradschläuchen oder speziellen Sohlenplatten) verstärken, um die Abriebfestigkeit zu erhöhen und sie vor Nässe zu schützen.

Einsatzmöglichkeiten von selbstgemachten Filzsohlen

Die Vielseitigkeit von selbstgemachten Filzsohlen ist beeindruckend. Sie sind nicht nur eine praktische Ergänzung für eine Vielzahl von Schuharten, sondern können auch spezifische Probleme lösen und den Tragekomfort erheblich steigern.

  • Hausschuhe: Die weichste und wärmste Anwendung. Filzsohlen machen deine Hausschuhe noch kuscheliger und sorgen für ein angenehmes Fußgefühl auf kalten Böden.
  • Wander- und Trekkingschuhe: Zusätzliche Dämpfung und Wärme können den Komfort auf langen Touren erheblich verbessern. Sie helfen, Ermüdung vorzubeugen und den Fuß vor Kälte und Bodenunebenheiten zu schützen.
  • Arbeitsstiefel: In Schuhen, die oft stundenlang getragen werden, bieten Filzsohlen eine willkommene Polsterung und helfen, den Fuß auch bei harten Arbeitsbedingungen warm und trocken zu halten.
  • Gummistiefel: Eine zusätzliche Schicht Filz kann den Komfort in Gummistiefeln drastisch erhöhen, da diese oft wenig Dämpfung und Isolierung bieten.
  • Schuhe mit dünnen Sohlen: Wenn du Schuhe hast, die dir zu hart erscheinen, können Filzsohlen die nötige Polsterung hinzufügen.
  • Schuhkorrektur: Bei leichten Fußfehlstellungen oder dem Wunsch nach mehr Unterstützung in bestimmten Bereichen kannst du die Filzsohlen entsprechend formen oder verdichten.
Kategorie Beschreibung Vorteile Nachteile Geeignete Materialien
Materialauswahl Die Wahl zwischen Naturwolle und synthetischen Fasern beeinflusst Eigenschaften wie Wärme, Atmungsaktivität und Haltbarkeit. Individuelle Anpassung an Bedürfnisse. Kann zu Fehlentscheidungen bei Prioritäten führen. Schurwolle, Synthetikfilz.
Herstellungsmethoden Nassfilzen und Trockenfilzen sind die gängigsten Techniken. Zugängliche Techniken für Anfänger und Fortgeschrittene. Nassfilzen erfordert mehr Zeit und Platz. Trockenfilzen ergibt oft weniger dichte Sohlen. Wolle, Wasser, Seife (Nassfilzen). Wolle, Filznadeln, Unterlage (Trockenfilzen).
Passform & Komfort Genaues Zuschneiden und die richtige Dicke sind entscheidend. Perfekt angepasster Sitz, verbesserter Tragekomfort und Fußgesundheit. Fehlende Präzision bei der Messung oder Verarbeitung kann zu Unbehagen führen. Alle Filzmaterialien, präzises Zuschneiden.
Pflege & Langlebigkeit Richtige Reinigung und eventuelle Verstärkung verlängern die Lebensdauer. Erhalt der Eigenschaften, längere Nutzungsdauer. Unsachgemäße Pflege kann Material beschädigen. Handwäsche mit kaltem Wasser, Lufttrocknung, optional: Gummisohle.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Filzsohlen selber herstellen

Kann ich Filzsohlen auch ohne spezielle Ausrüstung herstellen?

Für das Nassfilzen benötigst du zwar keine spezielle Ausrüstung, aber dennoch einige grundlegende Haushaltsgegenstände wie Seife, Wasser und eine flexible Unterlage. Das Trockenfilzen erfordert zwingend spezielle Filznadeln und eine Filzunterlage, da diese Werkzeuge für die Verdichtung der Fasern unerlässlich sind. Grundsätzlich sind die benötigten Materialien und Werkzeuge jedoch relativ einfach und kostengünstig zu beschaffen.

Wie dick sollten meine Filzsohlen sein?

Die ideale Dicke deiner Filzsohlen hängt von mehreren Faktoren ab: dem Einsatzzweck (Hausschuhe vs. Wanderschuhe), der verfügbaren Platz in deinem Schuh und deinem persönlichen Komfortempfinden. Für Hausschuhe reichen oft 3-5 mm aus, während für robustere Schuhe 6-10 mm oder mehr eine gute Dämpfung bieten. Beim Nassfilzen kannst du die Dicke durch die Anzahl der ausgelegten Wollschichten steuern.

Sind Filzsohlen aus Naturwolle besser als synthetische?

Filzsohlen aus Naturwolle bieten in der Regel eine überlegene Atmungsaktivität, Feuchtigkeitsregulierung und ein angenehmeres Fußklima. Sie sind auch nachhaltiger und biologisch abbaubar. Synthetische Filzstoffe können jedoch robuster und formstabiler sein, was sie für bestimmte Anwendungen vorteilhaft macht. Die „bessere“ Wahl hängt von deinen individuellen Prioritäten ab.

Wie oft muss ich meine Filzsohlen reinigen?

Filzsohlen aus Naturwolle benötigen keine häufige Reinigung. Sie sind von Natur aus geruchshemmend und selbstreinigend bis zu einem gewissen Grad. Wenn sie verschmutzt sind, reicht oft ein vorsichtiges Ausklopfen oder Absaugen. Bei stärkerer Verschmutzung kannst du sie mit kaltem Wasser und milder Seife per Hand ausspülen. Vermeide Maschinenwäsche und Trockner, da dies den Filz beschädigen kann.

Wie lange halten selbstgemachte Filzsohlen?

Die Lebensdauer deiner selbstgemachten Filzsohlen hängt stark vom verwendeten Material, der Herstellungsqualität (wie dicht und fest sie gefilzt sind) und der Beanspruchung ab. Gut gefilzte und gepflegte Sohlen aus robuster Wolle können bei normaler Nutzung in Hausschuhen mehrere Jahre halten. Bei starker Beanspruchung in Arbeits- oder Wanderschuhen kann die Lebensdauer kürzer sein, aber durch die einfache Herstellung kannst du sie problemlos ersetzen.

Kann ich Filzsohlen auch für Schuhe mit fester Sohle herstellen?

Ja, Filzsohlen sind ideal für Schuhe mit fester Sohle, da sie zusätzlichen Komfort, Dämpfung und Wärme bieten, wo die Schuhsohle selbst vielleicht wenig davon mitbringt. Sie eignen sich hervorragend für Hausschuhe, einfache Freizeitschuhe, Stiefel und sogar für viele Arten von Arbeits- und Wanderschuhen, um das Tragegefühl zu verbessern.

Wie verhindere ich, dass meine Filzsohlen im Schuh verrutschen?

Das Verrutschen kann durch verschiedene Maßnahmen verhindert werden. Stelle sicher, dass die Sohlen exakt der Form und Größe der Schuhinnensohle entsprechen. Wenn du sie nassgefilzt hast, achte auf eine gute Verdichtung, besonders an den Rändern. Du kannst auch die Unterseite der Filzsohle mit speziellem rutschfestem Textilkleber behandeln oder ein dünnes Stück Gummi oder rutschfestes Stoffmaterial aufkleben oder aufnähen.

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