Stricken mit Rundstricknadeln

Stricken mit Rundstricknadeln

Möchtest du deine Strickfähigkeiten erweitern und nahtlose Projekte wie Mützen, Socken oder Pullover ohne störende Nähte realisieren? Rundstricknadeln sind dein Schlüssel zu faszinierenden Stricktechniken und ermöglichen dir fließende, professionelle Ergebnisse.

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Die Grundlagen des Strickens mit Rundstricknadeln

Rundstricknadeln bestehen aus zwei Nadelspitzen, die durch eine flexible Schnur verbunden sind. Diese Konstruktion erlaubt es dir, in Runden zu stricken, was besonders vorteilhaft ist, wenn du ein Kleidungsstück von oben nach unten oder von unten nach oben ohne Seitennähte arbeiten möchtest. Die Wahl der richtigen Rundstricknadeln hängt von deinem Projekt und deiner persönlichen Vorliebe ab. Wichtige Faktoren sind die Nadelstärke, die Länge der Schnur und das Material der Nadelspitzen.

Nadelstärke und Schnurlänge

Die Nadelstärke bestimmt die Maschenprobe und somit die Größe deines fertigen Strickstücks. Sie wird in Millimetern angegeben und muss zur Garnstärke passen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Generell gilt: Dickeres Garn erfordert dickere Nadeln, dünneres Garn dünnere Nadeln. Die Schnurlänge beeinflusst, wie bequem du mit den Nadeln arbeiten kannst. Für kleinere Projekte wie Socken oder Ärmel eignen sich kürzere Schnüre (20-40 cm), während längere Schnüre (60-100 cm) ideal für größere Projekte wie Pullover oder Decken sind. Es gibt auch Techniken, wie das Magic-Loop-Verfahren, die es dir ermöglichen, auch mit längeren Schnüren kleine Strickstücke zu arbeiten.

Materialien von Nadelspitzen

Rundstricknadeln gibt es aus verschiedenen Materialien, jedes mit seinen eigenen Vorzügen:

  • Metallnadeln: Sind meist sehr glatt und schnell, was das Stricken beschleunigt. Sie eignen sich gut für Garnarten, die zum Zerreißen neigen, und für Stricker*innen, die dazu neigen, Maschen zu verlieren.
  • Holznadeln: Bieten mehr Halt und sind daher ideal für rutschige Garne und für Anfänger*innen, die ihre Maschen noch besser kontrollieren möchten. Sie sind zudem leiser und wärmer in der Hand. Bambus ist eine beliebte Holzart für Stricknadeln.
  • Kunststoffnadeln: Sind eine kostengünstige und leichte Option. Sie sind oft ein guter Kompromiss zwischen dem Halt von Holz und der Glätte von Metall.

Erste Schritte: Das Anschlagen von Maschen auf Rundstricknadeln

Das Anschlagen von Maschen auf Rundstricknadeln unterscheidet sich nur geringfügig vom Anschlagen auf einzelnen Nadeln. Der wichtigste Schritt ist, die erste Masche so anzuschlagen, dass sich die beiden Nadelspitzen nicht verdrehen. Dies ist entscheidend, damit dein Strickstück später nahtlos in Runden gestrickt werden kann.

Der einfache Anschlag in Runden

Um den einfachen Anschlag in Runden durchzuführen, legst du das Garn so um deine linke Hand, dass du einen langen Faden und einen kurzen Faden hast. Du bildest eine Schlaufe und schlägst die erste Masche auf der Rundstricknadel an. Dann schlägst du weitere Maschen so an, dass alle auf der gleichen Nadel liegen. Achte darauf, dass die Fadenenden (Anfangsfaden und Arbeitsfaden) auf der gleichen Seite liegen, wenn du mit dem Stricken beginnst.

Zusammenstricken der ersten Masche zum Kreis

Sobald alle deine Maschen angeschlagen sind, musst du sie zum Kreis schließen. Ziehe die erste Masche leicht auf die rechte Nadel und schiebe sie über die letzte angeschlagene Masche auf der linken Nadel. Achte darauf, dass sich die Maschen auf der Nadel nicht verdreht haben. Führe die rechte Nadel in die erste Masche auf der linken Nadel und stricke diese mit dem Arbeitsfaden ab. Damit ist der Kreis geschlossen und du kannst in Runden weiterstricken.

Wichtige Stricktechniken mit Rundstricknadeln

Rundstricknadeln eröffnen dir eine Vielzahl von Stricktechniken, die mit Nadelspielnadeln schwieriger oder umständlicher wären. Hierzu gehören das Stricken in Runden, das Zunehmen und Abnehmen von Maschen in Runden sowie spezielle Techniken für komplexe Muster.

Stricken in Runden (Round Knitting)

Das Grundprinzip des Strickens in Runden ist, dass du immer nur mit einer Nadelspitze arbeitest und die Maschen auf der anderen Nadelspitze liegen bleiben, bis du sie wieder erreichst. Du strickst also von rechts nach rechts (oder von links nach rechts, je nach Technik) über alle Maschen, um so einen geschlossenen Schlauch zu formen. Es gibt keine Hin- und Rückreihen mehr, nur noch Runden.

Zunahmen und Abnahmen in Runden

Das Ein- und Ausstricken von Maschen in Runden folgt den gleichen Prinzipien wie auf einzelnen Nadeln. Beliebte Methoden für Zunahmen in Runden sind der Zunahme aus dem Querfaden (M1L/M1R) oder das Stricken aus der hinteren und vorderen Masche (kfb). Für Abnahmen werden oft die klassischen zwei Maschen zusammenstricken (k2tog) oder überzogene Abnahmen (ssk) verwendet. Die Platzierung dieser Zunahmen und Abnahmen ist entscheidend für die Formgebung deines Strickstücks, z.B. bei der Formung von Raglan- oder Armausschnitten.

Speziell für Rundstricknadeln: Mützen und Socken

Mützen werden oft von unten nach oben gestrickt, wobei die Rundstricknadel für den Hauptteil des Kopfes verwendet wird. Für die Abnahmen am oberen Teil der Mütze können kürzere Rundstricknadeln oder eine Nadelspieltechnik nötig sein. Socken werden typischerweise von der Spitze zum Schaft oder vom Schaft zur Spitze gestrickt. Für die Fußspitze und die Ferse werden oft verkürzte Reihen oder das Magic-Loop-Verfahren angewendet, um das Strickstück in der Runde zu formen und die typische Sockenform zu erreichen.

Die Vorteile von Rundstricknadeln

Die Umstellung auf Rundstricknadeln bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die dein Strickerlebnis revolutionieren können. Die Ergonomie und die Flexibilität sind dabei nur zwei der herausragenden Punkte.

Bessere Gewichtsverteilung und geringere Belastung

Bei größeren Strickprojekten können die Maschen auf den Nadeln schwer werden. Rundstricknadeln verteilen das Gewicht der Maschen gleichmäßiger auf beide Nadelspitzen und die Schnur, was zu einer spürbar geringeren Belastung für deine Handgelenke und Arme führt. Dies macht längere Stricksessions angenehmer und ermüdungsfreier.

Keine störenden Seitennähte

Der größte Vorteil von Rundstricknadeln ist die Möglichkeit, nahtlos in Runden zu stricken. Das bedeutet, du kannst Kleidungsstücke wie Pullover, Cardigans oder Röcke direkt als einen einzigen Schlauch arbeiten, ohne die Notwendigkeit, einzelne Teile später zusammennähen zu müssen. Dies spart nicht nur Zeit, sondern führt auch zu einem saubereren und professionelleren Ergebnis, da keine unschönen Nähte sichtbar sind.

Flexibilität und Vielseitigkeit für diverse Projekte

Rundstricknadeln sind unglaublich vielseitig. Mit ihnen kannst du nicht nur gerade Schläuche stricken, sondern auch Teile mit Form, wie Armausschnitte, Halsausschnitte oder die Spitze einer Mütze, durch gezielte Zu- und Abnahmen. Sie sind auch ideal für das Stricken von kleinen Kreiseln wie Topflappen oder das Erstellen von gefalteten Projekten, bei denen du beide Seiten gleichzeitig bearbeitest.

Auswahl und Pflege deiner Rundstricknadeln

Die richtige Auswahl und Pflege deiner Rundstricknadeln trägt maßgeblich zu deinem Strickerfolg und zur Langlebigkeit deiner Werkzeuge bei. Investiere in Qualität, um langfristig Freude am Stricken zu haben.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Achte beim Kauf auf die Nadelstärke, die zur Dicke deines geplanten Garns passt. Die Schnurlänge sollte für dein Projekt geeignet sein – für Ärmel und Socken oft kürzer, für Pullover und Decken länger. Das Material (Holz, Metall, Kunststoff) beeinflusst das Stricken und deine persönliche Vorliebe. Überprüfe die Verbindung zwischen Nadel und Schnur auf Stabilität. Glatte Übergänge vermeiden Garnverlust und Frustration.

Pflege für Langlebigkeit

Reinige deine Nadeln regelmäßig mit einem weichen, feuchten Tuch. Vermeide aggressive Reinigungsmittel. Holz- und Bambusnadeln können gelegentlich mit einem neutralen Öl (z.B. Leinöl) behandelt werden, um ihre Geschmeidigkeit zu erhalten und sie vor Austrocknung zu schützen. Bewahre deine Nadeln trocken und geschützt auf, idealerweise in einer Nadelbox oder einem Rollkoffer, um Kratzer und Beschädigungen zu vermeiden.

Zusammenfassende Übersicht

Kategorie Beschreibung Anwendungsbereich Vorteile
Nadelstärke Durchmesser der Nadelspitzen (in mm) Bestimmt Maschenprobe und Größe des Projekts. Passend zur Garnstärke wählen. Präzise Maschengröße, professionelles Finish.
Schnurlänge Länge der Verbindung zwischen den Nadelspitzen (in cm) Beeinflusst Handhabung und Projektgröße. Kurze Schnüre für kleine Objekte, lange für große. Ergonomie, Komfort bei unterschiedlichen Projekten.
Material Holz, Metall, Kunststoff, Bambus Beeinflusst Gleitfähigkeit, Halt und Wärme. Metall ist schnell, Holz/Bambus bieten mehr Halt. Anpassung an Garn und Strickstil, Schonung der Hände.
Verbindung Stabilität und Glätte zwischen Nadel und Schnur Wichtig für reibungsloses Stricken und Vermeidung von Garnverlust. Verhindert Garnhänger, schont die Nerven.
Anschlagtechniken Methoden zur Aufnahme der ersten Maschen Einfacher Anschlag in Runden, Doppelanschlag etc. Wichtig für nahtlose Übergänge. Nahtlose Projekterstellung, saubere Kanten.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Stricken mit Rundstricknadeln

Wie finde ich die richtige Nadelstärke für mein Garn?

Die Garntikette gibt in der Regel eine Empfehlung für die passende Nadelstärke an. Diese Empfehlung dient als Ausgangspunkt. Oft findest du dort auch eine empfohlene Maschenprobe. Es ist ratsam, vor Beginn eines größeren Projekts eine kleine Maschenprobe zu stricken, um sicherzustellen, dass die gewählte Nadelstärke und die Maschenprobe mit deinen Erwartungen übereinstimmen.

Kann ich mit Rundstricknadeln auch flach stricken?

Ja, absolut. Du kannst mit Rundstricknadeln genauso flach stricken wie mit einzelnen Nadeln. Du strickst einfach über alle Maschen, legst dann dein Werkstück um und strickst die nächste Reihe zurück. Die Schnur liegt dabei entspannt hinter deinem Strickstück. Viele nutzen Rundstricknadeln auch für Strickjacken, die vordere und hintere Teile getrennt gestrickt werden.

Was ist das Magic-Loop-Verfahren und wofür brauche ich es?

Das Magic-Loop-Verfahren ist eine Technik, die es dir ermöglicht, auch mit sehr langen Rundstricknadeln (z.B. 80 cm oder 100 cm) kleine Durchmesser wie Socken oder Ärmel zu stricken. Dabei wird die Schnur in der Mitte „geknickt“, sodass die Maschen auf zwei Nadelspitzen aufgeteilt sind. Nur die Hälfte der Maschen liegt jeweils auf der Nadel und du strickst sie ab, bevor du das Werkstück drehst und die andere Hälfte strickst. Dies erfordert etwas Übung, ist aber eine äußerst praktische Methode.

Wie vermeide ich einen unschönen Übergang, wenn ich in Runden stricke?

Der Übergang zwischen der ersten und der letzten Masche einer Runde kann manchmal sichtbar sein. Achte darauf, die erste Masche der neuen Runde nicht zu fest oder zu locker zu stricken. Manche Stricker*innen ziehen die erste Masche leicht fest, nachdem sie gestrickt wurde, um den Übergang zu minimieren. Auch das Versetzen des Rundenmarkers hilft dabei, den Übergang über verschiedene Runden zu verteilen und damit unauffälliger zu machen.

Welche Garnarten eignen sich besonders gut für Rundstricknadeln?

Grundsätzlich eignen sich fast alle Garnarten für das Stricken mit Rundstricknadeln. Garne mit etwas mehr „Grip“, wie reine Wolle oder Wollmischungen, sind oft gut für Anfänger geeignet, da die Maschen nicht so leicht von den Nadeln rutschen. Sehr glatte Garne wie Seide oder manche Acryle können anfangs etwas herausfordernder sein, aber mit der richtigen Nadelwahl (z.B. Bambus oder Holz) und etwas Übung sind sie ebenfalls gut handhabbar.

Wie viele Maschen sollte ich für eine Mütze aufnehmen?

Die Anzahl der Maschen für eine Mütze hängt stark von der Garnstärke, der Nadelstärke und der gewünschten Größe ab. Miss den Kopfumfang der Person, für die die Mütze bestimmt ist. Stricke dann eine Maschenprobe mit deinem Garn und deinen Nadeln. Berechne anhand der Maschenprobe, wie viele Maschen du für den gewünschten Umfang benötigst. Berücksichtige auch, dass die Mütze sich durch den Rippenmuster oder durch die Form leicht dehnen kann. Es gibt viele Online-Tabellen und Anleitungen, die dir als Orientierung dienen können.

Kann ich mit einer langen Rundstricknadel ein kleines Projekt wie Socken stricken?

Ja, das ist mit der Magic-Loop-Technik sehr gut möglich. Du benötigst dafür eine Rundstricknadel mit einer ausreichend langen Schnur (z.B. 80 cm oder 100 cm). Die Maschen werden auf der Schnur so aufgeteilt, dass die Hälfte der Maschen auf der einen Nadelspitze und die andere Hälfte auf der anderen Nadelspitze liegt. Die Schnur wird dann in der Mitte „eingeknickt“, sodass du bequem über die Hälfte der Maschen stricken kannst, dann das Werkstück drehst und die restlichen Maschen strickst. Dies erfordert etwas Übung, ist aber eine sehr effiziente Methode.

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